Kurzantwort: Feuchttücher gehören in den Mülleimer, niemals in die Toilette. Sie zerfallen im Wasser nicht und bilden im Rohr knäuelartige Klumpen, die zu hartnäckigen Verstopfungen führen. Bei einer bestehenden Blockade hilft zunächst der Saugglocke, im Zweifelsfall muss ein Fachbetrieb mit Spirale oder Hochdruckspülung ran.
Warum verstopfen Feuchttücher die Rohre?
Der entscheidende Unterschied zu Toilettenpapier liegt im Material. Toilettenpapier löst sich in Wasser innerhalb von Sekunden auf. Feuchttücher hingegen bestehen aus reißfesten Vliesfasern, die im Wasser stabil bleiben. Selbst Produkte, die auf der Verpackung als "spülbar" oder "flushable" beworben werden, zersetzen sich in der Praxis kaum schnell genug.
Im Rohr bleiben die Tücher an Ablagerungen, Kalkrändern oder anderen Fremdkörpern hängen. Mit der Zeit verfangen sich weitere Tücher, bis ein dichter Klumpen die Leitung vollständig blockiert. Nürnberger Klärwerke melden jährlich erhebliche Schäden an Pumpen durch genau solche Fasernknäuel.
Anzeichen einer Verstopfung durch Feuchttücher
- Toilette spült sehr langsam oder gar nicht mehr ab
- Beim Spülen steigt das Wasser kurz an, bevor es abläuft
- Gluckernde Geräusche aus dem Abfluss
- Übler Geruch aus der Toilette oder dem Siphon
Selbst beheben - aber richtig
Schritt 1: Saugglocke (Pümpel)
Drücken Sie die Saugglocke fest auf die Toilettenöffnung und führen Sie kräftige Pumpbewegungen durch. Oft löst sich ein loses Tuch dadurch. Wichtig: Genug Wasser im Becken lassen, damit die Saugglocke eine Dichtung bilden kann.
Schritt 2: Rohrspirale
Eine flexible Rohrspirale aus dem Baumarkt lässt sich durch die Toilette einführen und kann das Tücherknäuel mechanisch auflösen oder herausziehen. Drehen Sie die Spirale langsam vorwärts, bis Sie Widerstand spüren, und versuchen dann, den Knäuel zu durchbohren oder zurückzuziehen.
Schritt 3: Fachbetrieb
Wenn Saugglocke und Spirale nicht helfen, oder wenn die Verstopfung in der Grundleitung sitzt, muss ein Rohrreinigungsbetrieb aus Nürnberg mit professioneller Ausrüstung kommen. Hochdruckspülung mit 100 bis 200 bar zerstäubt auch hartnäckige Knäuel zuverlässig.
Richtige Entsorgung von Feuchttüchern
Die Regel ist einfach: Feuchttücher kommen in den Restmülleimer - auch wenn die Verpackung etwas anderes verspricht. Das gilt für:
- Babytücher und Kosmetiktücher
- Desinfektions- und Reinigungstücher
- Abschminkpads aus Vlies
- Angeblich spülbare Wipes
Vorbeugung
Kleben Sie einen kleinen Aufkleber an die Innenseite des Klappdeckels Ihres Mülleimers im Bad: "Feuchttücher - Mülleimer!" Das klingt banal, verhindert aber die häufigste Fehlerquelle. Außerdem hilft eine regelmäßige Reinigung der Grundleitung alle zwei bis drei Jahre, Ablagerungen zu entfernen, an denen Tücher sonst hängen bleiben.